Charterbedingungen

AGB – Allgemeine Geschäftsbedingungen

Charterbedingungen für die Vercharterung von Sportbooten (Hausbooten)

Vertragsgegenstand: Verchartert wird ein Sportboot/Hausboot, nachfolgend „Boot“ genannt. Das Boot wird von Hausboot-Mieten-Kaufen.de, nachfolgend „HMK“ genannt, Inhaber: Hergen Saalfeld, Breisgauer Str. 5, 14129 Berlin, Tel: 01577-8201490, E-Mail: saalfeld@hausboot-mieten-kaufen.de gemäß dem jeweils aktuellen Stand der Technischen Beschreibung und Inventarliste betriebsfertig zur Verfügung gestellt. Technische Änderungen sowie leichte Abweichungen der Inventarliste sind möglich und können nicht zu Preisminderungen herangezogen werden.

Chartervertrag:
HMK verchartert (vermietet) das Boot an den Charterer, nachfolgend „Charterer“ genannt, gegen Zahlung eines vereinbarten Charterpreises, nachfolgend „Vertragssumme“ genannt. Der Chartervertrag kommt durch Willensbekundung (schriftlich oder mündlich) des Charterers und der Zahlung der vereinbarten Anzahlung zustande. Die Anzahlung beträgt in der Regel 30% der Vertragssumme. HMK sendet ein Angebot an den Charterer. Mit Rücksendung des unterschriebenen Antrags wird die Buchung der Charterer verbindlich. Daraufhin versendet HMK eine Buchungsbetätigung an den Charterer, wodurch sich HMK verpflichtet, das Boot zum gebuchten Zeitraum für den Charterer zu reservieren. Gleichzeitig erhält der Charterer eine Rechnung. Mit Erhalt der Rechnung hat der Charterer als Privatperson das Recht auf Widerruf innerhalb der gesetzlichen Frist. Ansonsten ist die Anzahlungssumme innerhalb von 10 Tagen zu bezahlen. Der Restbetrag ist spätestens 6 Wochen vor Reiseantritt fällig. Spätestens bei  Reiseantritt zahlt der Charterer eine Kaution von 500,- Euro in bar oder überweist die Kaution spätestens 1 Woche vor Reiseantritt an HMK. Die Kaution wird bei Reiseende in gleicher Weise zurückgezahlt, sofern sie nicht bei entstandenen Schäden durch den Charterer ganz oder teilweise für Reparaturkosten einbehalten wird. Bei verspäteten Zahlungen kann HMK vom Chartervertrag zurücktreten und eine Bearbeitungsgebühr von Euro 150,- einbehalten.

Reiserücktritt:
Ein Reiserücktritt muss schriftlich an HMK angezeigt werden. Bei Reiserücktritt bis 4 Monate vor Reiseantritt erstatten wir die gezahlten Beträge unter Einbehalt einer Bearbeitungsgebühr von 150,- Euro. Bei Reiserücktritt bis 2 Monate vor Reiseantritt erstatten wir die gezahlten Beträge unter Einbehalt der Anzahlungssumme. Bei Reiserücktritt innerhalb von 2 Monaten vor Reiseantritt wird die Vertragssumme unter Abzug möglicher Sonderleistungen (Bettwäsche, Handtücher, etc) fällig und, soweit bereits bezahlt, nicht erstattet. Bei kurzfristigem Reiserücktritt innerhalb 14 Tagen vor Reisebeginn wegen höherer Gewalt (nachweisliche Krankheit des Charterers oder eines Mitreisenden, Todesfall in der Familie eines Reisenden oder andere von HMK anerkennbare „höhere Gewalten“) erstattet HMK 50% der Vertragssumme. Es wird empfohlen, eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. 

Nichtverfügbarkeit des Bootes:
Kann HMK das Boot aus nicht selbst verschuldeten Gründen dem Charterer nicht termingerecht zur Verfügung stellen, teilt er dies dem Charterer unverzüglich nach Bekanntwerden schriftlich mit. Solche Gründe sind zum Beispiel:

  • Verspätete Rückgabe des Vormieters
  • Unfall/Havarie des Vormieters
  • Größere reparaturbedürftige Schäden am Boot durch den Vormieter
  • Unwetter
  • Behördliche Maßnahmen

In solchen Fällen bemüht sich HMK um ein Ersatzboot, sofern verfügbar, oder im Fall der Verursachung durch den Vormieter muss der Charterer seinen Reiseantritt bis zu 24 Stunden verschieben und erhält dafür eine Entschädigungspauschale von Euro 100,- zuzüglich Euro 15,- pro angefangene Stunde Wartezeit (max. 24 x 15,- Euro). Bei längerer Verzögerung um mehr als 24 Stunden kann der Charterer die Erstattung der Vertragssumme verlangen.Weitergehende Entschädigungsleistungen durch HMK sind ausgeschlossen.  

Übergabe des Bootes:
Das Boot wird zum vereinbarten Tag und Uhrzeit am vereinbarten Ort vollgetankt mit Benzin, Gas und Wasser, sowie vollen Batterien fahrtüchtig bereitgestellt. In der näheren Umgebung befinden sich in der Regel Parkplätze für die Zeit der Bootsreise. Es wird empfohlen, 30 Minuten vor der vereinbarten Uhrzeit einzutreffen. HMK stellt einen Handkarren zur Verfügung, womit der Charterer sein Gepäck auf das Boot bringen kann. Vor Verfrachten des Gepäcks zahlt der Charterer die Kaution und weist sich mit Personalausweis und Sportbootführerschein aus. Sofern der Charterer eigene Bettwäsche mitbringt, kann HMK das Vorzeigen verlangen. Der Charterer und die Mitreisenden erhalten eine Einweisung in das Boot mit gemeinsamer Prüfung der Einrichtungs- und Inventarliste, die anschließend unterzeichnet wird.  Danach sind Einwendungen des Charterers betreffend Ausrüstung und Tauglichkeit des Bootes ausgeschlossen. Sodann erfolgt eine Probefahrt mit den grundlegenden Manövern, die der Charterer anschließend üben kann und auf Verlangen vorführen muss. Außerdem kann HMK Fragen zu den Schifffahrtsregen, insbesondere den wichtigsten Verkehrszeichen, Vorfahrtsregeln und Verhalten beim Schleusen fragen, um sich einen Eindruck von der Tauglichkeit des Charterers zur Bootsführung zu verschaffen. Sofern daran erhebliche Zweifel bestehen, kann HMK gegen Rückzahlung der Vertragssumme bei Einbehalt einer Kostenpauschale von 250,- Euro vom Vertrag zurücktreten und die Übergabe des Bootes verweigern. Wenn der Charterer sich ausreichend informiert und fit für die Bootsführung fühlt, übernimmt er das Boot und die Verantwortung für Boot und Mannschaft.   

Pflichten des Bootsführers / Charterers:
Der Charterer muss mindestens 18 Jahre alt sein. Mindestens eine zweite Person muss mindestens 16 Jahre alt sein. Der Charterer kann einen Mitreisenden als Bootsführer bestimmen, sofern derjenige über einen Sportbootführerschein Binnen verfügt und die Einweisung durch HMK mitgemacht hat. Solange das Boot nicht ankert, muss der Bootsführer fahrtüchtig sein. Während des Ankern muss stets eine 16-jährige Person als Ankerwache auf dem Boot bleiben, die der Bootsführer bestimmt. Der Bootsführer verpflichtet sich zur Einhaltung der aktuellen Schifffahrtsregeln, sowie auch zur Einhaltung der speziellen Fahrverbote von HMK, die am Steuerstand angeschlagen sind. Diese umfassen mindestens:

  • Durchfahrverbot durch Berlin, außer auf dem Teltowkanal oder dem Landwehrkanal
  • Fahrverbot in der Nacht (von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang) sowie bei dichtem Nebel
  • Fahrverbot bei Windstärken über 4 auf der Beaufort-Skala
  • Fahrverbot auf der Oder und auf der Elbe sowie außerhalb Berlin/Brandenburg

Ausnahmen können schriftlich vereinbart werden.

Im Übrigen verpflichtet sich der Charterer, das Boot und dessen Einrichtungen, Geräte und Technik nur zum bestimmungsgemäßen Gebrauch zu verwenden und insbesondere jegliche Art von Manipulation, Änderungen und Reparaturen zu unterlassen, sofern diesem nicht ausdrücklich von HMK schriftlich (E-Mail, SMS, etc.) zugestimmt wurde. Bei jeglichen auftretenden Schäden, Havarie, Aufgrundlaufen, Ausfall oder Defekt einer Einrichtung oder eines Gerätes etc. ist dies sofort an HMK zu melden. Es ist zu vermeiden, das Boot abschleppen zu lassen oder andere Boote abzuschleppen, sofern dazu keine schriftliche Zustimmung durch HMK erfolgte. Der Charterer muss dafür sorgen, dass das Boot inklusive aller Einrichtungen und Geräte im bestimmungsgemäßen Zustand verbleiben. Dazu sollte er die Betriebmittel (Benzin, Wasservorrat, Batteriekapazität, Gasflaschen, des Bootes regelmäßig überprüfen und auffüllen, sowie den Fäkalientank rechtzeitig leeren. Entsprechende Stationen für Fäkalienentsorgung finden Sie auf den Gewässerkarten im Tablet des Bootes. An den Stationen können Sie in der Regel auch Wasser und Benzin tanken. Der Charterer hat darauf zu achten, dass nicht mehr Strom verbraucht wird, als verfügbar. Gegebenenfalls hat er Verbraucher abzustellen. Bei wenig Sonnenschein (Schatten, Wolken, Verunreinigung der Solarmodule) oder auch bei wenig Motorbetrieb werden die Batterien nicht ausreichend aufgeladen. Dann muss der Charterer einen Hafen oder anderweitigen Liegeplatz mit Landstromanschluss aufsuchen, um die Batterien zu laden. Verunreinigungen auf den Solarmodulen können vorsichtig mit Wasser abgespült werden. Der Charterer darf das Boot nicht unberechtigten Dritten überlassen oder das Boot außerhalb des bestimmungsgemäßen Rückgabeortes zurücklassen, um z.B. seine Reise zu beenden oder abzubrechen.

Rückgabe des Bootes:
Das Boot muss zum vereinbarten Tag und Uhrzeit am vereinbarten Ort zurückgegeben werden. Bitte auf Pünktlichkeit mit Zeitreserve achten!  Bei vom Charterer zu verantwortender Verspätung muss der Charterer eine Gebühr von 80,- Euro pro angefangener Stunde bezahlen, denn er stört damit die gesamte Prozedur der Abnahme, Reinigung, Auftankung und Übergabe an den Folgecharterer, was zu hohen Kosten führt. Verliert HMK durch die Verspätung des Charterers die Folgecharter, haftet der Charterer für den Verdienstausfall. Bei der Rückgabe muss das Boot besenrein gereinigt und geräumt sein. Geschirr muss abgewaschen und eingeräumt sein. Über Schäden und die Vollständigkeit des Bootes inkl. Einrichtung sowie über Gas- und Benzin- und Holzkohlevorrat wird ein Protokoll erstellt. Verbrauchte Brennstoffe werden in Rechnung gestellt. Fehlende Einrichtungs- und Ausrüstungsgegenstände müssen vom Charterer sofort ersetzt oder angemessen entschädigt werden. HMK kann solche Entschädigungen , auch für andere Schäden, nach billigem Ermessen (§315 BGB) festlegen. Bei schadenfreier Rückgabe wird die Kaution vollständig oder unter Abzug der Kosten für verbrauchte Brennstoffe zurückgezahlt. Wasser und Fäkalientankentleerung sind in der Reinigungspauschale enthalten. Verbrauchte Reinigungsmittel und Toilettenpapier, Strom und Wasser werden nicht berechnet. Entleert der Charterer den Fäkalientank am Rückgabetag und weist dies ggf. durch Quittung nach, erstattet HMK einen Betrag von Euro 40,00 an den Charterer. Ist das Boot und/oder dessen Einrichtungen oder Zubehör erheblich verunreinigt, z.B. Flecken auf Polster, Bettzeug, Bodenbelag oder Wände und Decken, oder ist das Geschirr nicht gereinigt und eingeräumt, kann HMK zusätzliche Kosten geltend machen.

Versicherung, Haftung und Schäden:
Das Boot ist haftpflicht- und vollkaskoversichert mit einer Selbstbeteiligung von Euro 500,- pro Schadensfall. Der Charterer haftet für alle Schäden am Boot, es sei denn, er hat sie nicht zu verantworten. Ist der Schaden durch die Bootsversicherung abgedeckt, trägt der Charterer die Selbstbeteiligung. Der Betrag wird bereits ganz oder teilweise als Kaution bei Reiseantritt von HMK einbehalten und nach schadenfreier Rückgabe des Bootes unverzüglich zurückgezahlt. Im Falle von grob fahrlässiger (z.B. Trunkenheit) oder vorsätzlicher Schadensverursachung, oder Schäden infolge Missachtung der Betriebsanleitungen oder Charterbedingungen, sowie auch für Folgeschäden kann die Versicherung die Kostenübernahme ablehnen oder den Charterer als Schadensverursacher in Regress nehmen. Es empfiehlt sich daher für den Charterer der Abschluss einer Skipperhaftpflichtversicherung, die z.B. auch grob fahrlässige Schäden oder Haftpflichtansprüche der Mitreisenden untereinander deckt. Der Charterer muss im Schadensfall die Weisungen von HMK beachten bzw. einhalten. Ist das Boot nach einem Schaden weiterhin fahrtüchtig, kann der Charterer eine Reparatur innerhalb von 48 Stunden oder eine Minderung der Vertragssumme verlangen. Dies gilt nicht für Bagatellschäden, wie z.B. Ausfall von Leuchten oder Schaltern, Einschränkungen der Funktion elektrischer und elektronischer Einrichtungen, sofern nicht für die Schifffahrt erforderlich, Einschränkungen im Empfang von TV und W-LAN und ähnliches. Ist das Boot nicht mehr fahrtüchtig, kann HMK nach eigenem Ermessen eine Reparatur auf dem Wasser oder ein Abschleppen in die Werft veranlassen. Bei Reparaturen auf dem Wasser muss der Charterer eine entsprechende Beeinträchtigung auf dem Boot hinnehmen. Ist der Schaden nicht innerhalb 48 Stunden zu beheben, kann der Charterer für jeden Tag der Beeinträchtigung durch den Schaden den anteiligen Charterpreis zurückverlangen, sofern er nicht für den Schaden verantwortlich ist. Bei durch den Charterer verantworteten Schäden trägt der Charterer die Kosten für die Reparatur inklusive aller erforderlichen Maßnahmen zum Stundensatz von 75,- Euro. Ist das Boot nur fahruntüchtig, kann der Charterer weiterhin auf dem Boot bleiben, sofern er die möglichen Störungen durch die Reparaturmaßnahmen akzeptiert, oder der Charterer muss das Boot 24 Stunden früher zurückgeben. Eine Kostenerstattung für entfallene Charterzeiten kann der Charterer bei Selbstverschuldung nicht geltend machen. Bei schweren Schäden, z.B. durch Zusammenstoß, Brand, Leckage und anderen Schäden muss der Charterer ein Protokoll ausfüllen; das entsprechende Formular liegt bei den Bootspapieren. Bei Diebstahl, Beschlagnahmung oder Unfällen muss der Charterer die Polizei verständigen. Bei Nichteinhaltung dieser von der Versicherung vorgegebenen Prozedur kann der Charterer von der Versicherung zur gesamten Zahlung der verursachten Kosten herangezogen werden.

Gerichtsstand:
Als Gerichtsstand wird Berlin vereinbart.

Schlussbestimmung:
Sollte eine Bestimmung oder ein Teil einer Bestimmung dieser Regelungen unwirksam sein oder werden, so verpflichten sich die Vertragspartner, die Bestimmung durch eine dem wirtschaftlichen Zweck der entsprechenden Bestimmung möglichst nahe kommende Regelung zu ersetzen.

Stand: 30.05.2018